Projekte und Projektreisen

Als Roasters United Mitglied reisen wir mindestens einmal pro Jahr zu einer von uns schwerpunktmäßig betreuten Kooperative und begleiten unterstützende Maßnahmen zur Verbesserung der Kaffeequalität bzw. Helfen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Jedes Jahr darf uns eine kleine Zahl von Interessierten auf diesen Reisen begleiten.

 

Ressourcen schonende Kaffeeaufbereitung in Indien

Eingebettet in die nebelumhüllten Berge der bis in eine Höhe von 2.100 m reichenden West-Ghats in Kerala, Südindien, liegt die Kaffee-Kooperative Vanamoolika. Ihre Verarbeitungsanlagen liegen auf dem Gelände der Ayurveda-Heilpflanzen-Kooperative Vanamoolika Herbals. Die Kaffee produzierenden Betriebe arbeiten alle nach strengem Bio-Standard. Alle organischen Dünger werden auf der Farm produziert und Abfälle werden recycelt. Das Abwasser der zentral verarbeiteten Kaffeekirschen wird in einem Absetzbecken aufgefangen, dann in Biogas und Kompost umgewandelt. Probleme machen aber nach wie vor die immer noch großen Abwasser- und Schlammmengen, die bei der Produktion anfallen.

Deshalb unterstützt die Amber Foundation den Bau einer Pflanzenkläranlage zur Aufbereitung und Wiederverwendung der Abwässer (Umsetzung September 2016-April 2017).

Zunächst werden die anfallenden Abwässer nach Verschmutzungsgrad getrennt. Die hoch organisch belasteten Abwasserschlämme werden in einem großen Absetzbecken gesammelt, mit Pulpe vermischt und kompostiert. Geringer belastete Abwässer werden in die Aufbereitungsanlage gepumpt. Diese besteht aus einem kleinen Absetzbecken in dem Grobpartikel abgefangen werden. Es folgt eine 4-stufige Behandlung. Diese besteht aus einem Kies-, einem Sand-, einem Aktivkohle- und einem Kalksteinfilter mit Zusatz von Bakterien. Die Filterstufen sind durch Überläufe miteinander verbunden.

Das aufbereitete Wasser wird bei Bedarf mit Frischwasser verschnitten. Insgesamt wird eine Reduktion des Frischwasserbedarfs von 60-90 % erreicht.

In einem zweiten Schritt wurde ein sogenannter “Öko-Pulper” beschafft und installiert, mit dem Wasser-, Energie- und Arbeitskraftbedarf nochmals um 80-90 % reduziert werden. Dadurch wird die Kaffeeverarbeitung nicht nur umweltschonender, sondern auch effektiver und kostensparender. Dies sichert somit auch die Wettbewerbsfähigkeit.

Projektpartner: Roasters United, Quijote Kaffee, The Amber Foundation

Projektleitung: Jörg Volkmann, Elephant Beans / Roasters United

Kompostierung von Kaffeeabfällen in Äthiopien

Von einem Kilogramm Kaffeekirschen entfallen lediglich 170-200g auf die ungeröstete Kaffeebohne. Die übrigen Bestandteile werden im Laufe des Verarbeitungsprozesses entfernt und sollten dem biologischen Kreislauf wieder zugeführt werden.
Die fachgerechte Kompostierung von organischen Abfällen ist selbst für uns Verbraucher ein Buch mit sieben Siegeln. In Äthiopien beschränkt sich Kompostierung bisher auf ein von staatlichen Beratern angeordnetes unkontrolliertes Verrottenlassen in Gruben. Die organische Substanz geht hier meist in Gärung über und verursacht übelriechende Gase, weshalb viele Äthiopier Kompost grundweg ablehnen.

 

Dabei führt guter Kompost dem Boden als Humus nicht nur Nährstoffe zu (eine eher untergeordnete Funktion), als vielmehr Bioorganismen, die Nährstoffe fixieren (v.a. klimarelevante Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen) und diese sogar pflanzenverfügbar bereitstellen. Zudem ist Humus der beste Wasserspeicher und schützt den Boden vor Erosion. Vorausetzung hierfür ist ein sachgerechter Kompostierungsprozess für den aber bisher das lokale Know-How fehlt.

 

Soil & More Ethiopia, ein lokales Sozialunternehmen und einziger gewerblicher Komposthersteller in Äthiopien, führt deshalb seit Mai 2017 mit finanzieller Hilfe von Coop Coffees und Roasters eine Reihe von Kompostierungsworkshops in sechs äthiopischen Kaffeekooperativen durch, mit dem Ziel, die Kompostherstellung in den Kooperativen nachhaltig zu verbessern.

 


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